Der höchste Punkt des Ammersattel liegt mitten im Wald, leider ohne Schild

Ammersattel

Torsten
Natur pur :D , aber das Material.....

Sascha
Ein echtes Naturerlebnis

Ammersattel · 1118 m · Österreich

Auffahrt von Ettal (B23): 18 km · ø 1,8 % · max. 9 % · 320 hm

Auffahrt von Reutte: 16,8 km · ø 1,6 % · max. 12 % · 274 hm

Mit schlechtem Material wird jeder Anstieg zur Qual .

Mit schlechtem Material wird jeder Anstieg zur Qual (Foto: Sascha Resch).

Natürlich gibt es Pässe, die jeder einmal fahren will. Den meisten fallen da Namen wir Galibier, Stelvio oder Glockner ein. Doch auch die kleinen, unscheinbaren Anstiege können eine Befahrung wert sein. So auch der Ammersattel, der inmitten der Ammergauer Alpen liegt, unweit des Schloss Linderhof und gleich nach der deutsch-österreichischen Grenze.

Der Pass sieht auf dem Papier unspektakulär aus. Deswegen haben wir uns diesen Anstieg als Teststrecke für unsere Transalp 2014 ausgesucht. Uns ging es nicht um eine sportliche Herausforderung. Wir wollten sehen, wie gut wir als Team harmonieren und an welchen Stellen wir noch besser kooperieren müssen. Da kam uns der Ammersattel gerade recht.

Gesagt, getan. Unsere Anfahrt zum Ammersattel beginnt kurz hinter Ettal, an der Abzweigung der St2060 von der B23. Die Staatsstraße ist gut ausgeschildert, denn sie führt direkt am Schloss Linderhof des Märchenkönigs Ludwig II. vorbei. Entsprechend befürchten wir Kolonnen von Touristen in ihren Stahlsärgen. Doch anscheinend bleiben wir von Lärm und Abgasen verschont – es war eine hervorragende Idee unter der Woche zu fahren.

Gemütlich rollen wir durch Graswang und spüren kaum eine Steigung. In der Tat ist die Strecke eher flach, dafür ist die Auffahrt sehr langgezogen. Nach nur kurzer Zeit gelangen wir zum besagten Schloss Linderhof und wir gönnen uns eine kurze Pause. Natürlich war die Fahrt bisher nicht wirklich fordernd, aber wann kommt man schon an Linderhof vorbei. Da ist wenigsten ein kurzer Stopp Pflicht.

Ziemlich bald schwingen wir uns wieder auf unsere Räder. Leider ist das Fahrrad, das wir in Garmisch für Torsten geliehen haben, nicht wirklich gut. Erstens ist es kein Rennrad, sondern ein MTB, obwohl wir ein Rennrad reserviert hatten. Doch das größte Problem ist, dass die Federung nicht verriegelt werden kann. So walgt sich Torsten wie ein Flummi den Anstieg empor. Gut 90 Prozent der Energie verpuffen in der viel zu weichen Gummi-Federung. So wird auch der leichte Ammersattel zum HIIT-Workout.

Doch die Natur um uns herum entschädigt für diese Strapazen. Umgeben von den grün bewaldeten Ammergauer Alpen, können wir die reine Bergluft genießen. Seit Schloss Linderhof ist uns kein einziges Auto mehr begegnet. Das heißt Fahrspaß pur und ungestörtes Naturerlebnis.

Der höchste Punkt des Ammersattel liegt mitten im Wald, leider ohne Schild

Der höchste Punkt des Ammersattel liegt mitten im Wald, leider ohne Schild (Foto: Sascha Resch).

Kurz vor dem Ende des Anstiegs präsentiert sich uns sogar eine waschechte Serpentine. Da kommt fast hochalpine Stimmung auf. Zumindest kurz zieht die Steigung etwas an und erreicht den Maximalwert des gesamten Anstiegs. Doch gleich nach der Serpentine wird es wieder flacher und wir können ohne topographische Hindernisse bis zum Kulminationspunkt pedalieren.

Der höchste Punkt befindet sich ganz auf österreichischer Seite. Deswegen müssen wir zunächst die Grenze passieren und ein kleines Stück weiterfahren. Leider gibt es kein Passschild und auch sonst weist uns nichts auf das Ende des Anstiegs hin. So müssen wir unserem Gefühl und dem Höhenmesser unseres GPS vertrauen, um den höchsten Punkt zu finden.

Wir genießen nochmal die Natur und die herrlich abgeschiedene, unberührte Landschaft. Torsten hat kurz Zeit, sich von seinem Kampf mit der MTB-Federung zu erholen, bevor wir uns auf den Weg zurück nach Ettal machen –von einer echten Abfahrt können wir beim Ammersattel ja kaum sprechen.

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