Pflasterstraßen wie diese sind eine höllische Herausforderung für Rennradfahrer und ihr Material.

„Geschüttelt, nicht gerührt“

Die 4. Etappe der Tour de France 2015 führt die Athleten über Pavé-Passagen, also über grobes Kopfsteinpflaster im Nordwesten Frankreichs. Das bedeutet wieder eine enorme Herausforderung für Sportler, Material und Mechaniker.

Pflasterstraßen wie diese sind eine höllische Herausforderung für Rennradfahrer und ihr Material.

Pflasterstraßen wie diese sind eine höllische Herausforderung für Rennradfahrer und ihr Material (©digiflex/pixelio.de)

Die Bilder von den Rennen über Pavé mögen noch so faszinierend sein, mir stellen sich die Nackenhaare auf, sobald ich nur in die Nähe von Kopfsteinpflaster komme. Das Pflaster, das ich hier in Bayern kenne, ist zwar bei Weitem nicht so grob und wellig wie das anderswo, aber mir reicht schon das.

Meine Fahrten in den Innenstädten von Mailand und Zagreb haben mit gezeigt, dass es durchaus schlimmer geht. Das Kopfsteinpflaster dort war unglaublich grob und, als ob das nicht reichen würde, noch Trambahngleise dazu. Dieses Gepolter und Gehüpfe werde ich meinen Lebtag nicht mehr vergessen. Ich bin nur froh, dass ich dort jeweils Leihräder hatte.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, so etwas mit meinem eigenen Rad zu fahren. Schon das „weiche“ Pflaster hier reicht aus, dass ich mein Material ächzen und schreien höre. Immer die Sorge: „Jetzt habe ich endgültig einen Schlag im Laufrad.“

Bleibt dabei nur die Frage, wie ich dann so berühmte und reizvolle Anstiege wie die Edelweißspitze oder gar den Gotthardpass irgendwann einmal fahren soll. Gepflasterte Straße plus Steigung, das muss die Hölle sein. Und dann erst die Abfahrt, das grenzt ja schon an Materialmord. Aber irgendwas wird mir sicher einfallen und bis dahin genieße ich eben die Bilder von den Profis, die über das nordfranzösische Pavé stürmen.