Cîme de la Bonette

Transalp 2015, Etappe 3

Eine Figur aus Stroh begrüßt uns am Col de Télégraphe

Sascha
Der Isèran ist ein Gigant wie er im Buche steht.

Transalp 2015, Etappe 3:

  • Val d'Isère - Valloire
  • 108,7 km · 2182 hm · Hochgebirge

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Auch am dritten Tag unserer Transalp weckt uns strahlender Sonnenschein. Hier in Val d’Isère habe ich sogar einen kleinen Balkon bei meinem Zimmer, sodass die gewaschenen Radsachen vorzüglich getrocknet sind, auch ohne Hilfe des Hotelföhns. Gut gelaunt gibt es ein kräftiges Frühstück und der nächste Pass kann schon kommen.

Der Beweis, dass wir den Isèran bezwungen haben
Der Beweis, dass wir den Isèran bezwungen haben (Foto: Sascha Resch)

Mit dem nächsten Pass erwartet uns ein echter Gigant, es geht hinauf auf den Isèran auf 2770 Metern Höhe. Damit ist der Isèran auch der höchste Pass der Alpen. Auch wenn es immer wieder hitzige Diskussion unter Radfahrern gibt, welcher Pass nun der höchste der Alpen sei, so ist es ganz eindeutig der Col de l’Isèran. Denn alle anderen Anstiege, die höher sind, sind keine echten Pässe. Der Rettenbachferner, zum Beispiel, ist eine reine Stichstraße. Und die Cime de la Bonette ist zwar höher als der Isèran, aber der eigentliche Passübergang liegt auf knapp 2700 Metern Höhe, die Schleife zum Felskegel auf 2800 Meter Höhe ist kein Pass.

Es steht also fest, dass wir den höchsten Alpenpass unter die Räder nehmen. In diesen Höhen kann es auch im Hochsommer Schneestürme und Eisregen geben, doch das Wetter meint es mit uns tatsächlich gut. Bei bestem Radwetter klettern wir hinauf, die Straße steigt nur mäßig an, es pedaliert sich flüssig mit rundem Tritt. Auf dem Weg hinauf können wir eine unvergessliche Aussicht auf den Nationalpark Gran Paradiso genießen, denn wir sind nur unweit der französisch-italienischen Grenze unterwegs. Außerdem dürfen wir immer wieder das Dorf Val d’Isère bestaunen, dass mit jedem weiteren Höhenmeter weiter schrumpft.

So spektakulär die Auffahrt am Isèran ist, so unspektakulär ist der Pass selbst. Uns erwartet eine wirklich karge Landschaft, kaum Aussicht, hier oben gibt es nur eine steinerne Kapelle und das Passschild. Es ist ziemlich frisch hier oben, deshalb machen wir schnell unsere Beweisfotos und begeben uns in Richtung Tal.

Doch das Tal lässt lange auf sich warten, die Abfahrt vom Isèran in Richtung Süden ist schier endlos. Es geht unglaubliche 70 Kilometer zunächst äußerst steil, dann eher leicht abschüssig dahin. Diese Strecke bergauf zu fahren, muss eine Härteprüfung sein. Wir passieren einen kleinen Gegenanstieg, der Col de la Madeleine genannt wir, nicht zu verwechslen mit dem berühmten 2000er weiter im Nordwesten.

In Modane legen wir dann eine kurze Pause ein. Hier ginge eine Straße ab nach Valfréjùs, einem Wintersportort, doch wir müssen einen anderen Weg einschlagen. Bald klicken wir wieder in die Pedale ein und in unerhörtem Tempo donnern wir in Richtung St.-Michel-de-Maurienne. Wir haben Glück, der Wind bläst von hinten, und so rasen wir mit knapp 50 km/h dahin. Das ist auch gut so, denn wir müssen auf einer ungeheuer breiten, autobahnähnlichen Straße fahren.

In St.-Michel-de-Maurienne angekommen, lockern wir nochmals kurz unsere Muskeln, denn es heißt noch einmal klettern. Wir verlassen den schmucklosen Ort bald und fahren in Richtung Télégraphe. Der gesamte Anstieg befindet sich im Wald und so ist es verhältnismäßig kühl während der Auffahrt. Die Straße ist auch nicht allzu steil, sodass wir zügig vorankommen.

Eine Figur aus Stroh begrüßt uns am Col de Télégraphe
Eine Figur aus Stroh begrüßt uns am Col de Télégraphe (Foto: Sascha Resch)

Am Col du Télégraphe angekommen, gibt es nicht allzu viel zu bewundern, trotzdem hat der Pass richtig Spaß gemacht. Wir machen unsere obligatorischen Fotos und schwingen uns wieder in den Sattel. Jetzt geht es ungefähr 5 Kilometer bergab, bevor es ab der Ortschaft Valloire wieder bergan geht, zum Galibier.

Doch wir wollen in Valloire den Tag beenden. Wir fahren etwa 2 Kilometer durch den Ort in Richtung Galibier und finden bald unsere Unterkunft. Die Zimmer sind schnell bezogen, die Wäsche auch gewaschen und wieder auf einem kleinen Balkon aufgehangen. Somit haben wir noch Zeit für einen kleinen Spaziergang, bei dem wir die Bergwelt hier oben bestaunen können und den Blick schon einmal schweifen lassen in Richtung Galibier. Doch der steht erst auf der kommenden Etappe auf dem Menü.

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