Oben erwartet uns ein großes Passplateau, auf beiden Seiten von Bäumen flankiert.

Gampenpass

Sascha
Ideale Alternative zum flachen Etschtal-Radweg

Gampenpass/Passo Palade · 1518 m · Italien

Auffahrt von Lana: 19 km · ø 6,3 % · max. 12 % · 1196 hm

Auffahrt von Fondo: 14 km · ø 3,8 % · max. 8 % · 535 hm

Der Gampenpass liegt inmitten eines wahren Eldorados für bergaffine Radfahrer. Wo man nur hinsieht, gibt es reizvolle Passstraßen, die sich zu einer Runde kombinieren ließen. Außerdem stellt der Gampenpass eine sportliche Alternative zum Etschtal-Radweg, wenn man sich auf dem Weg von Meran nach Bozen befindet.

Während der Auffahrt von Lana bieten sich malerische Blicke in Richtung Etschtal

Während der Auffahrt von Lana bieten sich malerische Blicke in Richtung Etschtal (Foto: Sascha Resch)

So stand auch bei unserer Transalp 2014 der Gampenpass auf dem Programm. Denn neben den zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten, gab es für uns ein weiteres Argument, den „Palade“ zu befahren: Unsere Unterkunft in Völlan lag auf ungefähr einem Drittel der Gampenstraße.

Doch alles der Reihe nach, denn einen Pass befährt man in der Regel von unten nach oben. Der Anstieg beginnt in Lana einem kleinen Dorf im Etschtal. An einem Kreisverkehr sehen wir die Beschilderung einerseits ins Ultental, andererseits zum Gampenpass. Wir folgen den Wegweisern zum Gampenpass und die Straße steigt langsam an.

Die Gampenstraße, offiziell SS238, führt den Berghang der Nonsberggruppe hoch und wir pedalieren auf so gut wie gerader Strecke. Wir haben schon früh einen guten Blick auf das Etschtal und auf die gegenüberliegenden Sarntaler Alpen. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Abzweigung nach Völlan, die weiter bergauf in den kleinen Ort hinaufführt.

Geradeaus geht es weiter Richtung Gampenpass und die Strecke zieht mit konstanter, moderater Steigung nach oben. Zu erwähnen sind vor allem mehrere kleine Tunnels, die unbeleuchtet sind und mit Kopfsteinpflaster aufwarten. Doch das ist nicht allzu schlimm, denn die Tunnelpassagen sind jeweils nur ca. 150 Meter lang.

Dadurch, dass die Straße immerzu geradeaus weiterführt, ist die Kletterpartie mitunter etwas zäh. Erst am Kühberghof gibt es Abwechslung in Form von leichten Kurven und angedeuteten Kehren, die uns bis nach Caprile führen.

Nach Caprile geht es wieder länger geradeaus weiter, dir Steigung bleibt aber weiterhin moderat und wird uns bis zum Ende des Passes gnädig bleiben. Dann endlich am Gasthof Gfrill kommt eine waschechte Kehre, etwas später sogar eine zweite, die etwas Abwechslung in die Bergauffahrt bringen.

Der Rest der Strecke bleibt wieder wie gewohnt überwiegend gerade und ohne nennenswerten Probleme. Den Großteil der Zeit fahren wir durch bewaldetes Gebiet, es gibt nur mäßigen Verkehr, sodass wir die gute Luft ungestört genießen können. Kurz vor der Passhöhe können wir noch die Überreste einer alten Bunkeranlage sehen. Der Gampenpass gehörte während des 2. Weltkriegs zum italienischen Alpenwall und wurde entsprechend vom Militär ausgebaut.

Oben erwartet uns ein großes Passplateau, auf beiden Seiten von Bäumen flankiert.

Oben erwartet uns ein großes Passplateau, auf beiden Seiten von Bäumen flankiert (Foto: Sascha Resch).

Schließlich erreichen wir das Passplateau, das eher unspektakulär daherkommt. Wir finden ein Passschild, an dem wir ein Foto machen können. Doch leider gibt es keine nennenswerte Aussicht, denn der Pass liegt in einer Waldschneise, sodass uns auf beiden Seiten Bäume einrahmen.

Nach kurzer Verschnaufpause geht es dann wieder weiter in die Abfahrt nach Fondo, wo wir uns in den rein italienischsprachigen Teil des Trentino begeben. Während der Abfahrt können wir immer wieder grandiose Blicke ins Nonstal genießen. Das ist gefahrlos möglich, denn die Strecke verläuft auch hier zumeist geradeaus und das Gefälle ist nur mäßig bei maximal 8%. Auf dem Weg bergab haben wir auch die Möglichkeit, einen Abstecher zum Wallfahrtsort Unsere Liebe Frau im Walde zu machen.

In Fondo haben wir dann die Qual der Wahl, sofern es wieder nach Lana gehen soll: Wir könnten weiter zum Mendelpass und das Etschtal oder über das Brezer Joch und das Hofmahd zurück nach Lana fahren.

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