Die schönste Zeit des Jahres

Juli und August sind bekanntlich die besten Monate für den Rennradfahrer. Im Jahr 2015 waren sie sogar besonders gut. Die Saison verlief bis dato eher zögerlich, doch nun ging es im wahrsten Sinne des Wortes richtig bergauf.

Das Wetter wurde pünktlich zum Juli herrlich. Für mich persönlich war die Hitze des Jahres 2015 ein Segen, ich bin ein Mensch, der schon bei 20 Grad zu frieren beginnt. Dementsprechend froh war ich, als ich gleich am ersten Juli-Wochenende eine hitzige Tour zu den Rosenheimer Hausbergen fahren konnte, darunter der Samerberg und das übersteile Hocheck bei Oberaudorf mit durchgehend über 20 Prozent.

Danach folgte ein richtig großes Highlight: Der Rettenbachferner. Die Gletscherstraße ist bekanntlich der höchste mit dem Rennrad erreichbare Punkt in den Alpen. Dazu wieder strahlender Sonnenschein, da musste ich einfach noch die Auffahrt nach Hochsölden anhängen. Zwar waren beide Anstiege schwer, was auch an der schleifenden Bremse des Leihrades lag. Trotzdem ein klarer Höhepunkt.

Dann der August und die Transalp in Frankreich vom Genfersee nach Nizza: 6 Tage lang nichts als Radfahren über 16 unvergessliche Pässe. Dazu immer noch perfektes Sommerwetter und eine tolle Truppe an Mitfahrern – was will man mehr.

Sicher, der Sommer hatte auch seine Schattenseiten. Das schöne Wetter lockte natürlich viele Menschen auf die Straßen, das hatte volle Züge und Staus auf den Autobahnen zur Folge. Vor allem bei den hohen Temperaturen war das unangenehm; da wünschte man sich, man könne mit dem Rad fahren und den lauen Wind genießen.

Trotzdem, unterm Strich war das eindeutig ein toller Radsport-Sommer, er hätte ruhig noch länger sein können. Aber wer weiß, vielleicht geht der Spätsommer radsportlich ja ebenso erstklassig weiter. Hoffen wir es!