Oben am Jaufenpass gibt es zur Belohnung eine beeindruckende Aussischt

Jaufenpass im Doppelpack

Sascha
Gleich zweimal den Jaufen – wenn schon, denn schon

Jaufenpass im Doppelpack:

  • Meran - Meran
  • 114 km · 3200 hm · Hochalpin

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In Südtirol hat man wahrlich die Wahl der Qual. So viele Pässe wie hier gibt es nicht überall. Einerseits sind da die Dolomiten in Tagesweite, andererseits locken große Pässe wie Stilfser Joch, Timmelsjoch und Penser Joch. Ein Pass, der im Palmarès immer noch gefehlt hat, ist der Jaufenpass – das musste sich schleunigst ändern!

Eine Woche später sollte der Ötztaler Radmarathon das Passschild passieren

Eine Woche später sollte der Ötztaler Radmarathon das Passschild passieren (Foto: Sascha Resch)

Start ist in Meran an der Jugendherberge, nicht weit vom Bahnhof. Das Hostel bietet schlichte, aber sehr saubere Zimmer zu wirklich günstigen Preisen. Frühstücksbüffet und gesicherter Radkeller inklusive. Aber Achtung: Das Hostel ist sehr beliebt, wie hatten schon ein dreiviertel Jahr im Voraus gebucht!

Ein paar Pedalumdrehungen und wir erreichen die Thermen von Meran und den Beginn der SS44. Noch in der Stadt zieht die Straße an und wir müssen runterschalten. Trotzdem kommen wir schnell aus der Stadt heraus und passieren nach ein paar Minuten die Abzweigung nach Dorf Tirol. Wir haben zunächst anderes im Sinn und fahren geradeaus, immer auf der SS44 gen Norden.

Die Straße steigt die ganze Zeit leicht an, wobei es auch öfters flachere Abschnitte gibt. Dieses Spiel geht die ganze Zeit bis Sankt Leonhard in Passeier. Dort fahren wir am Geburtshaus Andreas Hofers vorbei, dem legendären Freiheitskämpfer Südtirols. Am ersten großen Kreisel in Sankt Leonhard machen wir dann eine kurze Bananenpause. Immerhin haben wir auf den letzten 20 Kilometern schon ein paar Kalorien verheizt. Und gleich sind wir im „echten“ Anstieg, wo es eher lästig ist, viel zu essen.

Nach dem Snack geht es am Kreisel rechts und einmal durch den Ort hindurch. Ein paar Meter und wir kommen an einen weiteren Kreisel, hier müssen wir wieder rechts. Schon sind wir im Anstieg zum Jaufenpass.

Der Jaufenpass ist nicht allzu schwer. Von Sankt Leonhard sind es zwar gut 20 Kilometer und 1400 Höhenmeter. Die Steigung bleibt aber immer im Bereich von 8-12%, was wirklich angenehm zu kurbeln ist. Weiterer Pluspunkt: Die Straße ist sehr kurvig und windungsreich, sodass nie Langeweile aufkommt. Leider zieht das auch viele Motorradfahrer an, aber getreu dem Motto „Leben und leben lassen“ geht’s bergauf. Leider ist es an diesem Augusttag nicht gerade warm, tags zuvor ist gerade eine massive Kaltfront durchgezogen. So wird es mit jedem Kilometer immer kühler und windiger.

Oben am Jaufenpass gibt es zur Belohnung eine beeindruckende Aussischt

Oben am Jaufenpass gibt es zur Belohnung eine beeindruckende Aussischt (Foto: Sascha Resch)

Oben am Jaufenpass angekommen, heißt es schnell die warme Kleidung auszupacken, denn es hat hier nur noch kanppe 7 Grad und ein böiger Wind pfeift über den Pass. Schnell einen Müsliriegel hinuntergewürgt und weiter geht es in die Abfahrt nach Sterzing. Denn das Ziel: Beide Auffahrten des Jaufen auf einmal. Leider ist die Abfahrt nach Sterzing ein echter Graus. Der Belag der Straße ist stellenweise in einem erbärmlichen Zustand. Hier hilft es nur, mutig die gesamte rechte Straßenseite zu nutzen. Viel schneller als wir sind die meisten Autofahrer ohnehin nicht unterwegs bei den ganzen Kurven.

Mit krampfenden Händen nach der vielen Bremserei rollen wir die letzten Meter von Gasteig nach Sterzing auf ebener Strecke. In Sterzing machen wir auf einem „Bankerl“ unweit der Autobahn eine kurze Mittagspause, bevor es wieder zurück in den Anstieg geht.

Jetzt pedalieren wir die Rumpelstrecke wieder bergauf. Auch diese Seite des Passes ist nicht allzu steil. Locker führt die waldige Strecke bergan, über knapp 15 Kilometer und etwa 1100 Höhenmeter. Kurz vor dem Pass legt sich der Wald dann zurück und wir genießen die alpine Aussicht auf die umliegenden Berge. Leider bedeutet der fehlende Wald auch wieder ordentlich Wind bei einstelligen Temperaturen.

Erneut oben am Pass gibt es deshalb nur ein kurzes Beweisfoto. Danach Jacke an und wieder runter ins wärmere Sankt Leonhard. Waren die Serpentinen bergauf noch wunderschön zu befahren, so bremsen sie uns bergab merklich aus und foltern schon wieder die Bremsen.

In Sankt Leonhard angekommen, legen wir die Jacke wieder ab und die Laufräder und Bremsen können etwas auskühlen. Langsam sind die Höhenmeter in den Beinen doch zu spüren. Deswegen gibt es noch eine kleine Banane vor der Weiterfahrt.

Vom Schloss Triol aus kann man hinunter in den Meraner Talkessel blicken

Vom Schloss Triol aus kann man hinunter in den Meraner Talkessel blicken (Foto: Sascha Resch)

Nun geht es auf der SS44 eigentlich nur noch bergab bis nach Meran. Eigentlich. Denn wenn man schon mal da ist, dann sollte man auch noch zum Schloss Tirol fahren. Darum verlassen wir am Aichweg die SS44 und fahren auf angenehm ruhiger und ansteigender Straße Richtung Dorf Tirol. Die Straße ist ein wohltuendes Kontrastprogramm zur stark befahrenen SS44.

In Dorf Tirol rollen wir noch ein Stück auf dem Wanderweg bis knapp vor das Schloss. Hier geht es nur im Schritttempo vorwärts, denn am Nachmittag sind Heerschaaren von Wanderern unterwegs. Aus diesem Grund drehen wir auch bald wieder um und sausen hinunter nach Meran. Die Straße ist wirklich steil und das nächste Mal definitiv eine Befahrung bergauf wert.

In Meran müssen wir uns noch den dichteren Verkehr des Spätnachmittags kämpfen. Wieder an der Therme vorbei und am Passerufer entlang geht es zurück ins Hostel, wo schon die wohlverdiente Dusche wartet.

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