Der ungeschützte Scheitelpunkt von Sveta Jelena wirkt auch wieder sehr alpin

Sveta Jelena

Torsten
Sind wir jetzt in den Alpen, oder was?

Sascha
Alpen-Feeling mitten auf Istrien

Sveta Jelena · 377 m · Kroatien

Auffahrt von Mirnatal: 6,5 km · ø 5,5 % · max. 9 % · 360 hm

Bei den zahlreichen Serpentinen kommt Alpen-Feeling auf

Bei den zahlreichen Serpentinen kommt Alpen-Feeling auf (Foto: Sascha Resch).

Auch außerhalb der Alpen gibt es interessante und alpin anmutende Anstiege zu finden. Der Beweis dafür ist die Kletterpartie hinauf nach Sveta Jelena, auch als Radlerberg bekannt. Die Auffahrt liegt nicht weit von der Küste und der slowenischen Grenze entfernt, von Poreč aus kann man den Anstieg beispielsweise in einer lockeren Tagestour ansteuern.

Genau deshalb haben wir Sveta Jelena auch in eine Tagesetappe unseres Trainingslagers 2017 auf Istrien integriert. Wir sind also von Poreč kommend über Motovun bis ins Mirnatal gefahren, um den Anstieg von der südlichen Seite in Angriff zu nehmen.

Von der Mirna aus geht es erst einmal schnurgerade in Richtung Norden durch den kleinen Ort Livade. Die winzige Ortschaft wirkt ein bisschen verschlafen, kein Wunder, wenn man unter der Woche zur Mittagszeit vorbeikommt so wie wir. Weiter geht es immer noch in nördlicher Richtung und nach einer Linkskurve verlassen wir endgültig die „Zivilisation“ und tauchen in einen Wald ein, der die Straße jedoch mehr flankiert und nicht wirklich Schatten spendet.

Nur ein paar Meter weiter und schon präsentiert sich der Anstieg in alpiner Manier mit der ersten von insgesamt sieben traumhaften Serpentinen. Während der Auffahrt um die Mittagszeit heizt die Sonne ganz gut ein: Obwohl es bei unserem Trainingslager erst April ist, schwitzen wir ordentlich. Im Hochsommer sollte man vielleicht die brüllende Mittagssonne vermeiden – an Südhängen grundsätzlich eine gute Idee.

Weiter geht es über die baumgesäumte Serpentinenstrecke, ab und an huscht eine kleine Eidechse über den warmen Asphalt. Kurz vor der letzten Kehre legt sich dann der säumende Wald zurück und gibt kurzzeitig eine herrliche Aussicht auf das Mirnatal frei, bevor wir wieder von Bäumen umgeben sind.

Der ungeschützte Scheitelpunkt von Sveta Jelena wirkt auch wieder sehr alpin

Der ungeschützte Scheitelpunkt von Sveta Jelena wirkt auch wieder sehr alpin (Foto: Sascha Resch).

Durch den kurvigen Straßenverlauf bewegt sich die Steigung immer im angenehmen Bereich, sodass die Auffahrt nach Sveta Jelena mehr Genuss als Plackerei ist. Deswegen sind wir regelrecht enttäuscht, als wir nach der siebten und letzten Haarnadelkurve das Ende der Bergauffahrt erahnen. Die Steigung wird schon moderater und bald sehen wir den Scheitelpunkt. Von dort hat man wieder einen sagenhaften Ausblick, nur der kühle Aprilwind pfeift uns ein bisschen um die Ohren, denn schützende Bäume gibt es nicht wirklich hier oben. Auch wieder ein bisschen wie in den Alpen.

Deswegen begnügen wir uns mit einem kurzen Aufenthalt am „Gipfel“ und fahren ein paar Meter weiter in den nächsten Ort Oprtalj. Dort am Parkplatz können wir eine längere windgeschützte Pause in der Sonne genießen und uns für die nächsten Anstiege der istrischen Hügelwelt stärken.

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