Cîme de la Bonette

Brezer Joch

Oben angekommen, erfahren wir vom Schild, was wir geleistet haben.

Sascha
Ganz schön giftig!

Brezer Joch/Forcella di Brez · 1397 m · Italien

Auffahrt von Fondo: 6,3 km · ø 9,2 % · max. 15 % · 581 hm

Auffahrt von Lauregno/Laurein: 6 km · ø 8,3 % · max. 10 % · 500 hm

Nicht immer muss es ein namhafter oder besonders hoher Pass sein. Auch die weniger bekannten Ansteige bieten Genuss und Herausforderung. Ein gutes Beispiel dafür ist das Brezer Joch.

Das Brezer Joch ist zwar schwer, aber die Plackerei lohnt sich
Das Brezer Joch ist zwar schwer, aber die Plackerei lohnt sich (Foto: Sascha Resch)

Das Brezer Joch stellt eine kurze Querverbindung zwischen Gampen und Hofmahd dar und lässt sich ideal mit diesen beiden zu einer Rundtour kombinieren. Deswegen war der Pass auch auf dem Programm unserer Transalp 2014.

Es gibt mehrere Auffahrtsvarianten auf das Brezer Joch hinauf, vom Gampenpass aus ist die einfachste Möglichkeit der Anstieg von Fondo aus. Dort kommen wir vom Gampenpass auf der SS238 in den Ort und bleiben auf dieser bis wir auf die große SS42 stoßen. Dort fahren wir nach rechts Richtung Tonale. Doch so weit wollen wir gar nicht fahren: Kurze Zeit später zweigt wieder rechter Hand die kleinere SP43 in Richtung Castelfondo ab – das ist unsere Straße.

Nach diesen etwas verwirrenden ersten Kilometern können wir nun den Anstieg endlich genießen. Die Straße ist wenig befahren und es geht zunächst eher flach vorbei am Castello di Castelfondo. Es dauert nicht lange und wir gelangen schon in den Ort Castelfondo selbst.

Noch liegt die Steigung im angenehmen Bereich, doch knapp hinter der Ortschaft wird es zunehmend steiler. Und eines vorweg: So wird es für den Rest der Strecke auch bleiben, wir bewegen uns von nun an immer im Bereich zwischen 10 und 15%.

Dafür entschädigt uns die Aussicht und auf einmal erscheint eine beeindruckende Felswand an der Straßenseite. Sofort haben wir das Gefühl, als wären wir 1000 Höhenmeter höher unterwegs. Wenn da nur nicht diese elende Steigung wäre, die uns den Schweiß auf die Stirn treibt und uns zu derben Flüchen animiert. Das Gemeine: Das Ende der Strecke rückt nie ins Blickfeld, sodass wir uns ohne sichtbares Ziel empor quälen.

Oben angekommen, erfahren wir vom Schild, was wir geleistet haben.
Oben angekommen, erfahren wir vom Schild, was wir geleistet haben (Foto: Sascha Resch).

Nach der Felspassage erwarten uns noch zwei Kehren bis wir endlich das Passschild erblicken: Forcella di Brez, Brezer Joch. Als wir uns umdrehen, erkennen wir auch noch ein Warnschild, das auf 15% Gefälle hinweist – so ein Schild wäre unten als Warnung auch ganz nett; dann wüsste man wenigstens gleich, wie man sich die Kräfte einteilen muss.

Zufrieden machen wir eine kurze Pause, umgeben von dichtem Wald. Das sorgt leider auch dafür, dass uns die Insekten arg auf die Pelle rücken und wir stürzen uns recht bald wieder in die Abfahrt. Die Straße heißt nun SP86 und führt steil bergab. Die Fahrbahn ist recht eng, der Belag nicht immer perfekt. Trotz des mäßigen Asphalts sollten wir nicht allzu weit links fahren, denn immer wieder kommen einem Autofahrer mit verdächtig hoher Geschwindigkeit entgegen, die einfach nicht mit Gegenverkehr rechnen.

Kurz nach Lauregno wird die Straße dann breiter und besser, wir erreichen die Einmündung der SP71 von Marcena. Hier ist die Abfahrt schon zu Ende und es geht erneut bergauf, in Richtung Hofmahd.

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