Einer unserer Lieblingspässe, der Pordoi

Transalp 2014, Etappe 6

Sascha
Das große Finale - so muss es sein!

Transalp 2014, Etappe 6:

  • Völlan - Passo Pordoi
  • 95,4 km · 2554 hm · Hochgebirge

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Auch die schönste Transalp geht einmal zu Ende und auch unsere Tour 2014 stellte da keine Ausnahme dar. Doch vorher sollte es noch ein großes Finale geben, die wohl anspruchsvollste und landschaftlich schönste Etappe haben wir uns für den letzten Tag aufgehoben. Auf uns warten die Dolomiten und die sagenhafte Welt des Rosengartens. Die Bergankunft am Pordoi sorgt dann für echtes Profi-Feeling.

Das Schild verrät uns, dass am Nigerpass gleich weh tun wird

Das Schild verrät uns, dass es am Nigerpass gleich weh tun wird (Foto: Sascha Resch)

Früh morgens geht es los in Völlan und wir fahren wieder hinunter zur Gampenstraße. Diesmal geht es weiter bergab bis nach Lana und danach topfeben weiter bis nach Bozen. Wir nutzen den Etschradweg und so sind haben wir nach einer guten Stunde die 30 Kilometer hinter uns.

Jetzt müssen wir uns noch durch Bozen quälen, doch dank GPS lassen wir die Stadt schnell hinter uns. Weiter geht es im Eisacktal Richtung Brenner, also Richtung Norden. Diesen Weg verfolgen wir bis nach Blumau, einem kleinen unscheinbaren Ort, doch für Radsportler ist Blumau etwas Besonderes.

Hier geht es nämlich hinauf zum Nigerpass, einem der steilsten Alpenpässe überhaupt. Dazu fahren wir in eine kleine, unscheinbare Straße, die mit einem „Durchfahrt Verboten“-Schild versehen ist. Eigentlich ist die Alte Nigerstraße für den Verkehr gesperrt, aber das stört uns als Radfahrer nicht, sie ist in jedem Fall durchweg befahrbar.

Die enge Straße führt anfangs noch recht gemächlich bergan, die Schlucht wird aber schon enger. Bereits am frühen Morgen liegt die Hitze schwer zwischen den Felswänden und bald kommt das erste Warnschild mit der Aufschrift „20%“. Zunächst merkt man nicht wirklich etwas von der Steigung und wir wundern uns ob der Leichtigkeit, mit der wir hier unterwegs sind.

Doch bald sollten wir eines Besseren belehrt werden, denn es folgt ein weiteres Schild mit der Aufschrift „24%“. Hier wird es richtig hart, wie lang ein Weg werden kann, erfährt man am besten am Nigerpass. Es folgt noch eine weitere Steilrampe, auch diese endlos lang, das Einzige, was wir hier spüren, sind infernalische Schmerzen und das Gefühl, dass das Vorderrad jeden Moment abhebt.

Völlig erschlagen erreichen wir die Neue Nigerstraße. Diese hätte uns deutlich leichter hierher geführt, doch wer die Möglichkeit hat, muss einfach die Alte Nigerstraße erleben. Jetzt geht es weiter nach St. Zyprian und wieder eine Steilrampe. Doch zum Glück haben wir jetzt den Rosengarten vor uns und er Anblick der verzaubernden Vajolet-Türme lässt uns die Qualen vergessen.

Nach weiteren qualvollen Kilometern erreichen wir endlich den Nigerpass – dieser Pass ist einfach unglaublich. So fahren wir weiter und als Belohnung erwartet uns jetzt eine Besonderheit. Wir dürfen den Karerpass erobern, ohne einen Meter bergauf zu fahren, denn der Karerpass liegt unterhalb des Nigerpasses. Das gibt es nicht allzu oft im Alpenraum, umso mehr genießen wir diese Art des Pässesammelns.

Einer unserer Lieblingspässe, der Pordoi

Einer unserer Lieblingspässe, der Pordoi (Foto: Sascha Resch)

Am Karerpass machen wir eine Mittagspause und gleich geht es weiter in die Abfahrt ins Fassatal, in Richtung Canazei. Hier ist der Verkehr recht lästig, immerhin befinden wir uns inzwischen auf der Großen Dolomitenstraße. Zum Glück geht die Abfahrt schnell vorbei und wir erreichen Canazei.

Hier schütteln wir nochmals unsere Oberschenkel aus, denn jetzt geht es zum letzten Mal für diese Transalp bergauf. Wir wollen den legendären Passo Pordoi erklimmen, der regelmäßig im Giro-Programm zu finden ist. Eigentlich ist der Pordoi nicht schwer, aber trotzdem fahren wir defensiv, denn nach dem Niger kann alles passieren.

Wir klettern erstaunlich schnell, als ob wir den Niger überhaupt nicht in den Beinen hätten. Vielleicht ist es auch der majestätische Anblick des Sellastocks, der uns bergan stürmen lässt. Die Dolomiten sind einfach einmalig und hier am Pordoi macht das Klettern so richtig Spaß.

Leider ziehen plötzlich Gewitterwolken auf und kündigen einen baldigen, kräftigen Regenguss an. Auf den letzten Metern spüren wir schon die ersten Tropfen, doch im letzten Moment erreichen wir noch die rettende Passhöhe.

Hier oben erwartet uns das Auto unserer Familie, die hierher gekommen ist, um uns aufzugabeln. Während es draußen ordentlich regnet, zeihen wir uns schnell um und stürmen ins Gasthaus am Pass, um uns zu stärken. Danach genießen wir noch den Passo Pordoi und den Blick auf den Sass Pordoi.

Jetzt geht es mit dem Auto zurück nach Völlan, für heute reicht es uns, noch dazu kommen immer wieder Schauer vom Himmel. Wir sind einfach nur überglücklich, was wir geleistet haben und planen bereits auf der Autofahrt, wie unsere nächste Transalp aussehen könnte.

GPS-Track: Transalp 2014, Etappe 6 auf GPSies

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